Vier einfache kleine Schritte zur Energiewende

Auch ohne Sanierungsfahrplan kann man folgende Dinge auf jeden Fall machen um sich vorzubereiten:

Am Schreib- oder Küchentisch kann man ganz einfach ausrechnen, mit wieviel Energie man auskommt und das mit anderen Wohnungen oder Häusern vergleichen. Einfach die Öl- oder Gasrechnung nehmen und den Verbrauch durch die Anzahl der beheizten Quadratmeter teilen. Also zum Beispiel ein Haus mit 20 000 kWh Verbrauch im Jahr mit 100m2 beheizter Fläche kommt auf einen Wert von 200 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Das ist also kein gut gedämmtes Haus – es ist ein KfW 200 Haus und gute Werte sind unter 100. Bei Öl nimmt man die Liter mal 10 (20 000 kWh entsprechen also 2000 l Öl). Damit sieht man schon mal wo man steht. Wenn man 200 kWh pro Quadratmeter und Jahr braucht, dann wird es mit einer Wärmepumpe alleine schwer das warm zu halten und vielleicht muss man noch mehr dämmen bevor man ganz umsteigt.

Was gar nichts kostet ist seine Vorlauftemperatur von typischen 70° bei einer Öl- oder Gasheizung für ein paar Wochen in der Wintersaison auf 45° runter zu stellen. Damit kann man feststellen, welcher Raum nicht mehr richtig warm wird bei dieser niedrigen Vorlauftemperatur. Wärmepumpen können zwar Wärme aus der Umgebung holen aber je höher sie die Temperatur pumpen müssen desto ineffizienter werden sie. Eine Fussbodenheizung kann damit zurecht kommen aber manche Heizkörper sind zu klein und müssen beim Umstieg auf Wärmepumpe auf grössere umgestellt werden. Mit diesem Experiment kann man feststellen wo das nötig werden wird.

Jetzt noch 2 Tips die 100-300€ kosten sich aber auf jeden Fall lohnen bzw. einen weiterbringen.

Eine Thermographie zum Beispiel bei AVR kostet um die 150€. Da kommt jemand im Winter nachts vorbei und fotografiert euer Haus von allen Seiten. Auf den Bildern sieht man wo es Schwachpunkte gibt. Bei uns waren zum Beispiel die Aussenwände schlechter als das Dach. Man muss dann immer noch überlegen was man tun kann kriegt aber einen Anhaltspunkt, wo es sich am meisten lohnt.

Als letztes ist der „hydraulische Abgleich“ wichtig. Dabei vom Heizungsinstallateur sichergestellt, dass alle Heizkörper gleichmässig durchströmt werden und nicht die Heizkörper näher an der Heizung mehr warmes Wasser kriegen. Das spart bei manchen schon 10% ein und ist auf jeden Fall sinnvoll und Teil jeder Sanierung. Das kostet je nach Heizungsbauer 200-300€.

Wenn alle diese Tips befolgt worden sind ist der nächste Schritt eigentlich einen Energieberater aufzusuchen. Bei den Verbraucherzentralen kriegt man ein kostenloses Gespräch aber das reicht im allgemeinen nicht. Einen persönlichen Sanierungsfahrplan der auf eure Situation abgestimmt ist kostet auf jeden Fall mehr als 1000€ und selbst wenn man ihn noch nicht umsetzt weiss man auf jeden Fall was man in den nächsten Jahren planen muss, damit man erneuerbar und nachhaltig seine Wärme und seinen Strom bezieht. Die Energieberatung wird stark gefördert und ist auch selbst Voraussetzung für weiter Förderungen.

Wie speichere ich nur den Photovoltaik Überschuss gesteuert durch Home Assistant mit einem Meanwell Ladegerät in einer Batterie?


Dies ist ein Beitrag für fortgeschrittene Bastler die schon einiges an Erfahrung mit Home Assistant und mit der Arbeit mit Elektronik haben.

Warum sollte ich meinen Photovoltaik Überschuss in eine Batterie speichern?

Wenn die Sonne voll scheint ist im Stromnetz teilweise zu viel Solarstrom. Das bedeutet dass der Preis in den Keller geht und das die Netze eventuell damit Schwierigkeiten haben den Strom zu verteilen. Wenn der Strompreis sogar negativ wird bezahlen wir alle mit dem Anteil des Strompreises, der Netzentgelt genannt wird, dafür, diesen Strom los zu werden. Ausserdem kriegen dann neuere Photovoltaikanlagen in dieser Zeit keine Einspeisevergütung mehr. Wenn die Netze an ihre Grenzen kommen kann es sein, dass bestimmte Erzeuger (auch private Photovoltaik) gedimmt werden, dass heißt aktiv daran gehindert werden mehr als 4,2 kW ins Netz zu geben.

Warum nicht ein fertiges System nehmen z. Bsp. die AC-gekoppelten (Alternating Current – also Wechselstromgekoppelte) Speicher von Marstek oder Hoymiles oder Ecoflow?

Weil ich von meinem Boot 2 kWH grosse Batterien übrig hatte. Für jemanden, der keine Lust hat darauf, sich selbst was zu basteln, sind diese Speicher sicherlich viel einfacher. Wichtig ist bei den oben angegebenen fertigen Lösungen hier darauf zu achten, dass ihr den Überschuss so messen könnte, dass sich der Speicher mit dem Messgerät (evtl. von einem anderen Anbieter) verbinden kann.

Welche Komponenten mit welchen Fähigkeiten brauche ich?

Ich spreche hier nur von Lithium Eisenphosphat Batterien (LiFePo4) weil diese der Standard sind für günstiges Strom speichern im Hause oder im Boot (und teilweise auch im Auto). Ich habe 24V Batterien aus meinem Boot genommen die zusammen 100 Ah Kapazität haben, die also 2,4 kWh Strom speichern können.

Die 2te Komponente ist ein steuerbares Ladegerät. Warum steuerbar? Weil die Lasten im Haus (die Stromverbraucher) und die Sonne immer wieder mal mehr und mal weniger Strom übriglassen. Damit man nur den Überschuss speichert, und nicht Strom, den man aus dem Netz zieht, ist diese Steuerung notwendig. Das Meanwell NPB 750 (und seine kleineren oder grösseren Brüder, siehe https://amzn.to/4qO7A19https://amzn.to/4nPvgjl und https://amzn.to/3XhY3BZ) kann per CAN Bus gesteuert werden und es gibt schon einige, die für Solarspeicher dieses Netzteil/Ladegerät nutzen. Zum Beispiel mit dem trucki stick (siehe http://trucki.de/t2mg/). Ich verwende stattdessen einen ESP32 (siehe https://amzn.to/4qQMoYy ) der CAN Bus schon eingebaut hat und einen Tranceiver, der den direkten Anschluss eines ESP32 an den CAN Bus erlaubt. Dazu später mehr.

Im nachhinein hätte ich das ganze lieber mit einem 1600er machen sollen weil das nicht so viel mehr kostet und es beim Laden aus dem Hausnetzt keine Beschränkung auf 800 W gibt wie beim Entladen.

Die nächste Komponente ist Home Assitant zum Steuern. Ich nutze Home Assistant schon dazu, das Laden meines Elektroautos, den Luftentfeuchter im Keller und die Poolpumpe und Poolwärmepumpe so anzusteuern, dass sie nur dann angehen, wenn die Sonne ausreichend scheint. Diese werden etwa alle 2 Minuten ein- oder ausgeschaltet. Die Steuerung der Überschussladung soll aber häufiger erfolgen  weil sich Lasten und die Sonneneinstrahlung sehr schnell ändern können.

Um den Überschuss zu messen braucht man einen Weg am Stromzähler oder direkt dahinter  zu messen, wieviel Strom ins Netz geht oder aus dem Netz gezogen wird. Ich hatte schon ein Hichi Infrarotmessgerät, dass ich für diesen Zweck auf sekündliche Messung getunt hatte.

Als letzte Komponente habe ich einn mikrowechselrichter mit 800W verbaut. Diesen haben ich auch auch steuerbar gemacht aber das ist im Nachhinein gesehen gar nicht nötig. Meine Grundlast ist zwishcne 100 und 300W und ich hätte einfach einen kleineren Wechselrichterkaufen können und diesen abends ein- und morgens ausschalten können. Nur wenn man so viel Überschuss hat, dass man die Batterie tagsüber mehrmals volladen könnte macht es Sinn diesen Wechselrichter tagsüber so anzusteuern, dass er genau nur so viel einspeist wie gebraucht wird. Aber dies soll nicht der Fokus dieser Anleitung sein. Aber die 24V Batterie eignet sich auf jeden Fall viel besser für einen Mikrowechselrichter als eine 12V Batterie.

Wie schliesse ich die Batterie sicher an das Ladegerät an?

Es gibt ein paar Dinge zu beachten, damit das richtig und sicher gemacht wird. Ich übernehme keine Haftung dafür, was ihr baut, selbst wenn ihr es genauso baut, wie ich es gemacht habe.

Man braucht erst einmal Kabel die an beiden Seiten Presskabelschuhe haben. Diese kann man mit einer Zange selbst pressen oder fertig kaufen. M6 (also 6 Millimeter Durchmesser) ist typisch an den Batteriepolen und am Sicherungshalter und 8mm am Meanwell NPB Ladegerät. Die Kabel sollten dick genug sein für den Strom. Die Strombelastbarkeit des Kabels muss also größer sein als der Strom der normalerweise fliesst. Informationen dazu findet ihr in Datenblättern des Herstellers. Ich habe für die maximal 800 Watt geteilt durch 25 Volt also 32 Ampere gesehen, dass lose verlegte Solarkabel mit 6mm2 40A abkönnen und mich für diese entschieden.

Ein Sicherungshalter und eine Sicherung sind absolut notwendig denn sollte mal ein Kurzschluss entstehen dann können selbst wenn das Batteriemanagementsystem in der Batterie den Strom abschaltet, falls er die bei meiner Batterie vorgesehen 50A maximal erreicht, dies geschieht aber sehr langsam (eine Frage von Sekunden) und in der Zeit kann der Lichtbogen oder die Erwärmung des Kabels schon einen Brand oder anderen Schaden erzeugt haben.

Im obigen Bild sieht man die Sicherung durch das Glasfenster die bei 40A auslöst. Diese Sicherung dient dazu die Leitungen vor Überlastung zu schützen. Ich habe diese Sicherung verwendet: https://amzn.to/47UkdR4.

Wie kannst du das Meanwell Ladegerät aus Home Assistant mit wenigen Komponenten auslesen und ansteuern?

Dieser Teil ist der komplexeste und der Hauptgrund, warum ich diese Anleitung geschrieben habe. Man kann zwar mit CAN BUS zu USB Adaptern arbeiten (bitte interlasst Kommentare, falls ihr das versucht und geschafft habt) aber ich habe mich entschieden einen ESP32 und einen tranceiver zu verwenden.


Auf dem Bild steckt der ESP32 in einem Steckbrett das mit der typischen Selbstklebefolie auf dem Netzteil festgeklebt wurde. Von dort ist er nur mit dem Stecker im Netzteil verbunden und bezieht von dort seinen Strom und die CAN Bus Signale.

Fangen wir mal mit dem Stecker unten an. Ein solcher Stecker wird zwar mitgeliefert aber er ist im Wesentlichen nicht belegt und dient dazu den Fernbedienungsschalter anzuschließen. Ich habe 2 Quellen gefunden um einen solchen Stecker zu bekommen. Er ist unter PHDR-14VS DF11-14DS bei https://www.conrad.de/de/p/jst-buchsengehaeuse-kabel-phd-polzahl-gesamt-14-rastermass-2-mm-phdr-14vs-1-st-740156.html zu bekommen (Mindestzahl 7 Stück – wenn ihr eine Sammelbestellung macht dann bitte hier in den Kommentaren erwähnen um weitere Abnehmer zu finden). Bei Conrad gibt es auch litzen (siehe https://www.conrad.de/de/p/jst-konfektionierte-litze-phd-polzahl-gesamt-1-810794-1-st-715198.html) die schon becrimpt sind, an die ihr dann den ESP verbinden könnt oder ihr holt euch die entsprechenden crimpkontakt (Wenn ihr eine Crimpzange habt) und crimpt selbst (siehe https://www.conrad.de/de/p/jst-crimpkontakt-phd-polzahl-gesamt-1-bphd-002t-p0-5-1-st-740343.html). Die 2te Quelle ist bei ali express unter https://de.aliexpress.com/item/1005008848982075.html – dieses Kabel müsst ihr durchschneiden und kommt so an alle Leitungen ran.


Auf dem obigen Bild sieht man ganz unten den Stecker in Aktion (ich hab bei ebay einen 12 poligen JST Stecker bekommen und habe den ein wenig angeschnitzt damit er passt). Die einzigen 6 Leitungen, die man braucht, sind von oben nach unten die 3 für 3.3V um damit den Tranceiver und den ESP mit Strom zu versorgen, die 4 die dazugehörige Masse, die 7 und 8 die kurzgeschlossen werden müssen um das Netzteil immer eingeschaltet zu haben (Wir schalten es dann später per CAN Bus ein und aus) die 11 für CANH und die 12 für CANL.


Dieses Bild zeigt die Schaltung des Tranceivers und des ESP32. Ich habe mich blind der 2ten Anleitung für 3.3V unter https://esphome.io/components/canbus/esp32_can/#wiring-options gehalten und es hat funktioniert. Ich vermute einfach mal, dass sich so auch der truck stick mit Strom versorgt.

Wie kann ich jetzt den ESP32 programmieren so dass er über WLAN aus Home Assistant das Ladegerät ansteuert?

Dieser Schritt hat mich viel Zeit gekostet weil ich musste erst mal aus dem Meanwell Handbuch heraus verstehen wie das Protokoll funktioniert, wie ich die Reigsterwerte aus dem Meanwell lese und wie ich schlussendlich das Ding richtig ansteuere.

Dabei gibt es mehrere spezielle Dinge initial zu beachten:

  1. Das Netzteil sollte Handbuch Version 8 oder höher haben. Nur dann kann man damit sekündlich den Storm ändern.
  2. Falls ihr das Netzteil gebraucht gekauft habt würde ich einen Factory Reset machen (siehe Handbuch).
  3. Das Ladegerät muss durch Setzen der DIP-Schalter wie auf dem Bild oben (alle nach links) auf „Netzteilmodus“ geschaltet werden in dem man Spannung und Strom individuell regeln kann. Es wird also keine typische Ladekruve gefahren sondern es wird so schnell oder langsam geladen, wie halt Überschuss da ist.
  4. Das Ladegerät muss so initialisiert werden, dass es das EEPROM nicht immer wieder mit einem neuen Stromwert überschreibt weil das, wen man es sekündlich macht, das EEPROM zerstört. Im EEPROM merkt sich das Netzteil die Einstellungen auch wenn es ausgeschaltet wird. Aussschalten (also ganz von Netz trennen) müssen wir aber nicht.

Die ersten drei Punkte solltet ihr zuerst machen. Den letzten Punkt machen wir, wenn der ESP32 in ESP Home integriert wurde.

Um den ESP32 in ESP Home und damit in Home Assitant zu integrieren müsst ihr der Anleitung auf https://esphome.io/guides/getting_started_hassio/ folgen. Im Laufe dieser Anleitung müsst ihr den ESP32 einmal per USB mit einem Windows oder Mac vebinden um ihn einmalig in euer WLAN zu bringen und in bei Home Assistant anzumelden. Danach könnt ihr direkt aus Home Assistant mit dem Ding arbeiten und alles weitere von dort aus machen.

Um den ESP32 verbunden mit dem Meanwell mit einer ganzen Latte von Messwerten, Stati und Steuerungsmöglichkeiten sichtbar zu machen solltet ihr das script in esphome für euer device um alle auf die Zeile 26 folgenden Zeilen von diesem YAML erweitern: https://github.com/marcuscbehrens/meanwell_npb_esphome/blob/main/esphome-web-601d3c.yaml .

Jetzt sollte in Home Assistant das Meanwell Ladegerät erscheinen wenn ihr es eingeschaltet habt. Was hilft bei der Fehlersuche ist sich das log in esphome anzusehen – da sollten eigentlich alle CAN Bus Sachen erscheinen.

Jetzt muss noch der obige Schritt 4 erledigt werden. Dafür muss man einmalig den Knopf „initialize meanwell button“ in Home Assistant gedrückt werden. Nachdem ihr das gemacht habt solltet ihr mit dem Schalter hinten am Netzteil das Netzteil einmal ausschalten und wieder einschalten.

Wie wird das ganze gesteuert?


Um dann in Home Assistant alles richtig anzusteuern habe ich mir noch ein paar Sachen gebaut aber bei Euch müsst ihr das evtl anders machen (anderer Stromzähler, andere Verbraucher).

Wie ihr euren Stromzähler an Home Assistant angeschlossen habt ist euch überlassen. Ich habe einen kleinen Infrarotleser per USB an meinen Home Assistant angeschlossen – die Latenz ist etwa 3 Sekunden wenn man etwas einschaltet aber das reichte mir erst mal.

Mein Algorithmus zur Steuerung besteht in Home Assistant aus folgenden 2 wesentlichen Komponenten:

Teil eins ist ein Helfer Template – ein Binärsensor, der anzeigt, ob alles in Ordnung ist:

Screenshot

Hier werden alle Werte überprüft der Batterien (die ich über bluetooth in home assistant erhalte) und vom Ladegerät.

Für meine Batterien habe ih mit Testladungen und Entladungen festgestellt dass obiger Werte im grünen Bereich sind: Spannung nicht mehr als 28V und nicht unter 25V, maximale Differenzspannung nicht mehr als 0.05V bei beiden, es darf kein Problem gemeldet sein in den Batterien, die Temperatur meines Wechselrichters soll unter 45° bleiben und auch die Temperaturen meiner Batterien sollten unter 45° bleiben. Dann werden noch 12 wichtige Statuse des Ladegeräts überprüft. Am wichtigsten ist hier, dass nicht ins eeprom geschrieben wird (was sonst beschädigt würde) und das das Ding im Netzteilmodus ist (also nicht im Ladegerätmodus). Die anderen vielen Fehlerbedingungen sind bei mir noch nie aufgeteten aber diee Helfer fragt sie trotzdem alle ab – better safe then sorry.

Dieser Helfer wird von einer Automation abgefragt und sobald der Anschein da ist, das was schief läuft werden Ladegerät und Wechselrichter abgeschaltet und mit einem weiteren Modus template jedes weitere Laden oder entladen unterbunden bis ich mir das mal genauer ansehen kann. Bisher ist mir das erst einmal passiert als ich die Automation zur Überschusseinspeisung abgeschaltet habe und vergessen hatte das Ladegerät ausszuschalten. Die Notabschlatungsautomation hat bei erreichen einer zu hohen Differenzspannung rechtzeitig abgeschaltet bevor das BMS abgeschaltet hätte.

Die eigentliche Überschussladungsautomation is recht simpel und unten in 2 Schritten abgebildet:

Was passiert hier: Jedesmal, wenn ein neuer Wert vom Stromzähler da ist und wenn grundsätzlich der schalter energiemanagement ein ist und der kleinspeicher nicht abgeschaltet ist dann wird bei mir jede Sekunde eine der folgenden optionen abgeklopft:

Wenn das ladegerät aus ist und nicht gerade ausgeschaltet wurde (charger coooldown ist ein timer der verhindert, dass man zu schnell an oder ausschaltet) und wenn auch die Batterie noch nicht ganz voll ist und wir mehr als 10 Watt einspeisen (Bezug ist negativ) dann wird das Ladegerät eingeschaltet, ein cooldown time gestartet fürs einschalten und der Ladestrom festgelegt.

Wie wird der Ladestrom genau festgelegt?

Dies passiert mit dem Wert Template oben in der Automation. Vom Wert in Watt, der eingespeist wird abgezogen was jetzt schon geladen wird (current*voltage), dann kommt noch ein Faktor 1.1 drauf (10% mehr) damit man lieber zu viel lädt und auf keinen Fall einspeist bei kleinen Schwankungen und dann wird das ganze wieder durch die Spannung geteilt um die Watt zu ermitteln, mit denen geladen werden soll. Da das 450Watt Ladegerät von mir nur 4.5 A minimal kann begrenze ich die Ladeleistung auf mindestens 4.5 A was etwa 100W entspricht.

Die Ladung wird abgeschaltet wenn der Bezug wieder über 0W steigt (Hysterese 10W) oder wenn die Batterie voll ist. Ausserdem wird der Ladestrom immer wieder erhöht oder erniedrigt wenn sich der Bezug ändert. Das wars schon. Ja, ich gebe zu, das ist nicht trivial in Home Assistant aber dafür habt Ihr die volle Kontrolle über alle Parameter aus Home Assistant heraus und könnt das Laden mit Entladen (über z.Bsp Open DTU und Hoymiles Wechselrichter) und mit ein- und ausschalten von anderen Lasten kombinieren.

Wie sieht das Ergebniss des Überschussladens dann konkret aus?

Als letztes Bild habe ich ein Beispiel dabei, wie gestern dynamisch geladen wurde:

Zu Beginn konnten etwa 100W geladen werden, dann hat sich irgend ein Gerät im Haus ausgeschaltet und es waren 500W die geladen werden konnten und am Schluss sogar als mehr als 700 Watt.

Tja, im Nachhinein wäre ein Ladegerät mit 1600 Watt vielleiht besser gewsen aber dann hätte ich alle Kabel auf höhere Ströme auslegen müssen und ich habe viele Verbraucher im Haus (Entfeuchter 500W, Poolwärmepumpte 900W, Elektroauto 1500W bzw 3000W) die ich stattdessen aktivieren kann.

Falls ihr Fragen zu diesem setup hab gerne hier Kommentar oder im jeweiligen Forum oder Video wo dieser Artikel gepostet wurde.

An den Links, die zu Amazon führen, verdiene ich als Amazon Partner ein wenig Geld – also gerne benutzen, wenn ihr die Komponenten kauft.

„Personas“ helfen der Politik jeden bei der Energiewende mitzunehmen

Die 16 Personas aus der Studie des Sozial-Klimarats unter https://www.sozial-klimarat.de/post/update-der-persona-analyse-deutsche-haushalte-und-ihre-anpassungsfähigkeit-in-der-klimatransformati sollen helfen, keine Gruppe in der Bevölkerung zu vergessen und neue Gesetzte und Massnahmen auf bestimmte Personas zu-zuschneiden.

Als Beispiel habe ich mal eine Persona unten zitiert, die in einem älteren Haus wohnt, aber wahrscheinlich nicht in der Lage ist, sein Haus auf einen besseren Stand zu bringen. Nur wenn man alle diese Gruppen erreicht kann man von einem Erfolg der Energiewende sprechen.

Screenshot

16 Module mit Dachdecker und Elektriker zum Laufen gebracht

Endlich war unser eigenes Haus dran.


Ich hatte Ende 2023 noch in Panik 16 Module und einen Solax Wechselrichter gekauft weil nicht klar war welches Privileg die Bundesregierung als nächstes für ihren Sparkurs schlachten will. Diese lagen dann bis zum Sommer rum und tatsächlich hätte ich dann die gleichen Module für 90 anstatt für 110€ pro Stück kaufen können. So gehts halt.

Die Frage war dann, wie kriege ich selbst als Planner den Dachdecker (der das Haus in der Aue 18 sehr schön neu gedeckt hatte – dort hatte ich ihn angesprochen) und den Elektriker unter einen Hut bekomme?

Der Dachdecker hat bestimmte Vorstellungen wie man das richtig macht und anstatt die nur 4 Jahre alten Dachziegel zu beschleifen, um Platz für die Dachhaken zu schaffen, hat er erstens die Creaton Lüfterziegel empfohlen und zweitens das von Creaton bevorzugte S:Flex Montagesystem statt das von mir geplannte K2 System bevorzugt. Die Lüfterziegel kosten etwa 40€ pro Dachhaken, man braucht etwa 2 pro Modul. Das heisst die Halterung ware teurer als das Modul. Aber ich habe Vertrauen gefasst und möchte auch, dass das einwandfrei wird, und habe mitgemacht. Es hat dann bis zum Sommer gebraucht bis schwarze Alustangen bestellt waren und ein kleines Zeitfenster sich bei den Dachdeckern öffnete.

Die Arbeit mit dem Elektriker war einfacher. Ich hab dafür gesorgt, dass die 4 Stringkabel der 2 Strings und das Erdungskabel in den Keller kommt. Ich habe die im Keller konfektioniert und die Dachdecker haben oben die Module angeschlossen. Dann hat der Elektriker nur noch den Wechselrichter anschliessen müssen.


Jetzt läuft das Ding im Probebetrieb und wir warten noch auf die Zäher der Stadtwerke. Es ist Klasse das Elektroauto, die Wärmepumpe, die Poolpumpe und viele Waschmaschinen und Spülmaschine für „umme“ laufen zu lassen. Als nächstes steht an ein paar davon per Home Assistant automatisch anzusteuern. Wenig Sonne nur das Essentielle, Viel Sonne alles an was geht!

2 grosse Balkonkraftwerke auf dem Dach des Ferienhauses

Die Nachbarin, einige Freunde, meine Frau und ich haben 8 Module an die Ostsee geschafft (gekauft bei Bauhaus) und innerhalb von ein paar Tagen montiert. Ich selbst hatte das ja schon mal bei meinem Freund und Nachbar Dirk mitgemacht. Was hier zur Verschärfung dazu kam war folgendes:

  • Dass ich parallel die eigene und dann überlappend der Nachbarin geholfen habe, ihre zu montieren (ich war also nur eine Nasenlänge voraus)
  • Dass das Dach erst mal geputzt werden musste
  • Dass ich noch nie die Stromleitung ins Haus geführt hatte und etwas Respekt davor hatte
  • Dass im Ferienhaus meiner Familie es nur 2 Kabel an der Steckdose gab: Phase und Neutralleiter
  • und dass ich zum ersten mal einen Microwechselrichter von Deye mit Wifi und 4 Anschlüssen für 4 Module im Einsatz hatte.

Fürs Dach putzen hat sich der Kärcher bewährt – damit sorgt man auch dafür, dass es bei etwas Regen nicht gleich zur Rutschpartie kommt.

Die beiden Dächer fast parallel zu belegen hat den Vorteil dass man genug Leute und Leitern hat aber so war es stressig – eines ganz fertig zu haben wäre besser gewesen.

Die Stromleitung haben wir nicht durchs gute Bitumenunterdach sondern durch die Seite und dann durch die Wand ins Haus gebracht.

Der Wechselrichter lief nach einigem Aus- und einstecken von Steckdose und von Modulen irgenwann richtig. Das Verbinden mit Wifi war fummelig und um die Leistung auf 800W drosseln zu können musste ich mir einen „Solarman Business“ account zulegen. Aber den gibt der chinesische Hersteller einem schnell.

Und was macht man, wenn es nur 2 Kabel gibt an der Steckdose? Das heisst auch keine FI (Fehlerstromschutzschalter besonders bei Feuchträumen und im Aussenbereich wichtig). Dann kann man wohl einfach einen RCD (das gleiche wie FI) aus dem Baumarkt zwischen Balkonkraftwerk und Steckdose stecken.

Das Beschleiffen der Betonziegel ware sehr aufwändig weil die K2 Aluhaken sehr dick sind und weil die K2 Dachhaken nur in 3 Positionen (also nicht stufenlos) in der Höge über dem Ziegel verstellt werden können. Würde ich vielleicht nicht mehr nehmen.

Insgesamt war ich froh, dass die Anlagen liefen und jetzt regelmässig die Grundlast (zum Beispiel einen Luftentfeuchter) im Ferienhaus am Tag abdecken können.

Balkonkraftwerk, Schlierbacher Landstrasse, Heidelberg


Zusammen mit dem Begründer der Initative „solar für alle“ in Heidelberg Klaus Wild haben wir dieses Balkonkraft geplannt und aufgebaut. Die Stadt Heidelberg hat es gefördert über das Stadtteilbudget weil die Anlage als Demonstrationsanlage den Schlierbachern zeigen soll, wie einfach das geht.


Die Halterungen wurden mit günstigen Rasenkantensteinen aus Beton beschwert die Klaus mit der Flex zurechtgeschnitten hatte. Das ganze kam auf den neuen Anbau und so musste kein einziges Loch durch eine Wand oder ein Dach gebohrt werden.


Der Stromanschluss konnte wie üblich mit einem Stecker in einem neben dem Anbau liegenden Stromanschlusskasten erfolgen. Daneben haben wir ein Messgerät platziert so dass jeder Bürger, der das Bürgerhaus besucht, sehen kann wie viel aktuell und wie viel in Summe schon an erneuerbarem Strom erzeugt wurde. Das erste Bild ist kurz nach dem Anschluss im Februar. Das zweite Mitte März.


Grosses Balkonkraftwerk, In der Aue, Heidelberg

Diese Anlage haben wir zu zweit (beim Belegen mit den Modulen sogar zu viert) aufs Dach gebracht.

Die Anlage arbeitet mit 2 Hoymiles Wechselrichtern die jeweils auf 300W begrenzt und unter den Modulen montiert sind.

Es war eine eigenständige 2.5mm2 Leitung mit eigener Sicherung vorhanden und angeschlossen worden sind die Wechselrichter direkt an diese Leitung. Das ist natürlich besser als ein Schukostecker.

Die Module sind „randlos“. Es gibt zwar einen Alurahmen aber der ist „auf Gehrung“ mit der Glasscheibe verbunden. Vorteil ist dass Wasser bei dem flachen Anstellwinkel tritzdem gut abfliesst und weniger vom im Wasser enthaltenen Staub liegen bleibt. Spezielle Klemmen waren dafür nicht notwendig sondern Gummistreifen, die unter normale Klemmen gelegt worden sind um das Glas und die Kante des Alurahmens gut zu halten. Hersteller für die Module ist DAH Module

Ein Gerüst war bei 5 m Höhe über dem Hof einfach notwendig aber es hat auch enorm erleichtert die 4 Module gut aufs Dach hoch zu bekommen.

Ich habe zum ersten Mal Dachziegel beschliffen. Dafür haben wir die Betonziegel nach unten getragen und dort beschliffen.